Fachartikel

Schmerzensgeld vom Zahnarzt bei ungenügender Aufklärung

Die Behandlung benachbarter Zähne mit Kronen kann einzeln oder miteinander verbunden erfolgen. Der Zahnarzt muss über beide Methoden aufklären, wenn diese medizinisch gleichermaßen sinnvoll und üblich sind und wesentlich unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen aufweisen.

Ein Zahnarzt hatte sich für die Behandlung seiner Patientin mit verblockten Kronen entschieden, da diese "stabiler" seien. Über die Möglichkeit einer Versorgung mit Einzelkronen ließ er die Frau im Unklaren. Als sich später Beschwerden beim Kauen einstellten, verlangte die Patientin Schmerzensgeld. Obwohl sich kein Behandlungsfehler des Zahnarztes feststellen ließ, sprach ihr das Oberlandesgericht Hamm 6.000 Euro zu, weil die Behandlung mangels wirksamer Einwilligung rechtswidrig gewesen sei.

Verblockte und Einzelkronen seien „gleichermaßen indiziert und üblich gewesen" und hätten jeweils Vor- und Nachteile gehabt. So sehen Einzelkronen natürlicher aus und sind leichter zu reinigen. Da „eine echte Wahlmöglichkeit" bestanden habe, hätte der Zahnarzt seine Patientin vollständig aufklären und ihr die Entscheidung überlassen müssen (OLG Hamm, Az. 26 U 54/13).

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